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Künstlerisches Statement | David Cira

„Meine Arbeit ist eine Untersuchung der Schwellenmomente: Wann wird das einzelne Fragment Teil einer übergeordneten Systematik? Wo endet das Design und wo beginnt die Malerei?“



Serie und Systematik

In meiner Malerei betrachte ich jedes einzelne Bild als ein eigenständiges Werk. Gleichzeitig ist jedes Bild ein Teil eines größeren Ganzen, das sich verändern kann.

Die Arbeiten entstehen in Serienzyklen – eine methodisch reflektierte, oft schubförmige Arbeitsweise, die den Blick auf Unterbrechung, Zeitlichkeit und Veränderung im Bild schärft. Neue Arbeiten verschieben die Beziehungen im Gefüge und lassen das Bestehende immer wieder neu lesbar werden.



Vom Boden aus gedacht

Ich arbeite auf dem Boden. Diese horizontale Arbeitsweise mit Acryl, Gouache und Tusche auf großformatigem Papier erzwingt eine unmittelbare physische Verbindung zwischen Körper, Material und Raum

Es ist ein bewusster Rückgriff auf ein frühes, spielerisches Ur-Vertrauen: das Erschaffen eigener Welten und Stadtlandschaften auf dem Zimmerboden. In meiner heutigen Praxis übersetzt sich das in ein gleichzeitiges Denken im winzigen Detail und im großen Ganzen. Der Boden ist kein passiver Untergrund, sondern ein Aktionsfeld.



Schichtung und Revision

Meine Bilder wachsen organisch. Farbe wird aufgetragen, Schichten überlagert, Entscheidungen revidiert. In einem Dialog zwischen Intuition und grafischer Kontrolle entwickelt sich jede Form aus der vorangegangenen.

Häufig entstehen Arbeiten parallel. Sie bilden eine Art visuellen Kalender – ein Tagebuch meiner Beobachtungen, in dem jedes Blatt die Spuren seiner Entstehungszeit einfängt.



Zwischen Malerei und Design

Mich interessiert die produktive Reibung an der Schnittstelle zwischen freier Kunst und angewandtem Design. Ich absorbiere die visuelle Sprache unseres urbanen Alltags – von Werbebanner-Ästhetik bis zu digitalen Fragmenten – und transformiere sie in dichte, abstrakte Bildwelten.

Das Format von 100 x 140 cm ist dabei eine bewusste Referenz an das öffentliche Plakat. Es ist groß genug, um physische Präsenz zu entfalten, bleibt aber im menschlichen Maß nahbar. Es ist die Übersetzung des flüchtigen Zeichens aus dem Stadtraum in die Beständigkeit der Malerei.